Die Pandemie als Innovationsmotor

Richtfest am Dengelsberg

Der Pharmahersteller Richter-Helm Biologics baut seinen Standort in Bovenau massiv aus und liegt mit den Arbeiten trotz Pandemie und Lieferproblemen bei Baustoffen durch den russischen Angriff auf die Ukraine gut im Zeitplan. Und die Erweiterung der Produktionsstätte wird benötigt. „Unsere Auftragsbücher sind voll.“, erklärte Geschäftsführer Dr. Kai Pohlmeyer. Für die Verdreifachung der Kapazitäten werden rund 70 Millionen Euro durch Richter-Helm sowie die Mutterkonzerne Gedeon Richter und Helm AG investiert.

Es ist eine Investition in eine boomende Branche. Denn die Pandemie hat die Pharmaindustrie stark beeinflusst, bestätigt Pohlmeyer: „Es ist viel Geld in den Märkten.“ Die Bedeutung von Impfstoffen sei in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen. „Die mRNA-Impfstoffe existieren zwar schon länger, haben sich aber nun durchgesetzt. Zudem wurden weitere Impfstoffe entwickelt“, so der Geschäftsführer.

Gleichzeitig habe es aber auch hemmende Faktoren durch Corona gegeben. Gerade wegen der hohen Nachfrage seien die Rohstoffe auf dem Weltmarkt knapp geworden. Durch die Vereinigten Staaten wurde sogar ein Export-Stopp für bestimmte Güter verhängt. So habe sich Richter-Helm ebenfalls nach Alternativen umschauen müssen, damit die Produktion immer gewährleistet bleibt.

Die Erweiterung des Standortes ist allerdings keine Reaktion auf die Pandemie, sondern wurde bereits 2019 beschlossen. Auch aus dem Wunsch der Kunden heraus werden zu der bestehenden Produktionslinie zwei weitere hinzugefügt. Der Standort erhält zwei neue Bioreaktoren mit einem Volumen von 300 Litern und 1500 Litern, die Gesamtfläche der Produktionsstätte wächst auf rund 10.000 Quadratmeter. Somit besteht bei der Herstellung von Arzneimitteln für schwere Indikationen ein Back-Up. Ziel sei es zudem, den Anteil der kommerziellen Produktion auf 75 Prozent zu steigern. Die Bauarbeiten dafür sollen 2023 abgeschlossen sein, bevor in den Anlagen allerdings endgültig Wirkstoffe hergestellt werden, vergeht noch ein weiteres Jahr der Überprüfung und Qualifizierung. Dies entspricht den Grundsätzen der „Good Manufacturing Practice“ (GMP), der Qualitätssicherung bei der Wirkstoffproduktion.

Wie Pohlmeyer betonte, sei der Ausbau ein klares Bekenntnis zum Standort Bovenau. So habe es aus der Gemeinde und vom Kreis immer gute Unterstützung gegeben. Auch dies habe dazu beigetragen, dass es bisher keine Verzögerungen gegeben habe. „Wir fühlen uns willkommen“, so der Geschäftsführer. Parallel zum Produktionsstandort in Schleswig-Holstein werden auch die Entwicklung und die Verwaltung in Hamburg mitwachsen, und damit qualitativ hochwertige Produkte inklusive Vakzine schnellstmöglich auf den Markt zu bringen

Quelle: shz

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